Das im Stationentheater-Stück genannte Franziskanerkloster …

… ist nicht das auf dem Fabriksplatz gelegene „alte Kloster“ mit dem gleichnamigen Hotel  - denn dieses im 13. Jhd. gegründete Minoritenkloster war zur Zeit der Stationentheater-Handlung schon ein Jahrhundert lang kaiserliches Provianthaus. Die Minoriten waren 1525 von Protestanten vertrieben worden, ihr Kloster wurde 1561 in ein Provianthaus umgewandelt und im 18. Jahrhundert Tabakfabrik.
Noch immer im Besitz der inzwischen geschlossenen Tabakfabrik ist das im Stationentheater-Stück vorkommende weit später errichtete Franziskanerkloster auf dem Klosterplatz - wo seine Vorderfront die gesamte Ostseite des Platzes einnimmt, und die Seitenmauer  in der Hauergasse bis zur Stadtmauer reicht. An Stelle dieses Klosters standen vorher fünf Bürgerhäuser.
Schon vor der Klostergründung waren Franziskaner mehrfach in  Hain­burg tätig: bei Pest­ausbrüchen wurden sie von der Stadt als  Helfer geholt, und bei den Hainburger Zauberei­prozessen des  frühen 17. Jahrhunderts unterstützten Franziskanerpater den  Stadtpfarrer als Beichtväter - welche nicht nur in Hainburg sehr oft  auf Seiten der Opfer agierten, allerdings hier wie anderswo mit  wenig Erfolg. 1675 wurde der Bau eines Franzis­kaner­klosters und  einer Kirche in Hainburg beschlossen  und 1677 der Grund­stein  für die Kirche gelegt. 1682 waren dann Kirche und Kloster  fertiggestellt, und wurden 1683 beim Türkeneinfall in Hain­burg wieder zerstört. Bis 1692  dauerte der Wiederaufbau. 1725 wurde die Kloster­kirche der heiligen Anna geweiht.  
Obwohl die Franziskaner bei den Hainburgern sehr beliebt  waren, wurde ihr Hainburger Kloster von Kaiser Joseph II.  im Jahre 1784 aufgehoben. Zuletzt wurde das Gebäude als  „Blattmagazin“ der Tabakfabrik benutzt.   
Wappen über dem Eingang zum Innenhof, aus der Zeit als kaiserliches Provianthaus.
Wappen über dem Eingang zum Innenhof, aus der Zeit als kaiserliches Provianthaus.
Franziskanerkloster mit Oppitzgasse Franziskanerkloster vom Klosterplatz